Liebe Gemeinde

Aktuell am 4. April 2020

 

Liebe Gemeinde!

Auch in der Karwoche und in der Osterzeit können keine Gottesdienste in unseren Kirchen gefeiert werden.

 

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung schreibt dazu:

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschwister,

 

die Ausnahmesituation, in der wir uns befinden, dauert an und wir müssen uns darauf einstellen, dass dies auf jeden Fall bis zum Ende der Osterferien so sein wird.

 

Allen, die derzeit mit Fantasie und großer Energie in den Gemeinden und Einrichtungen in Kirche und Diakonie arbeiten, danke ich sehr.

 

Es ist wunderbar, wie kreativ zurzeit in vielen Formen das Evangelium verkündet wird, ohne sich dabei in Gottesdiensten und Andachten zu versammeln. In der Tat geht es ja nun wirklich darum, die Gemeinschaft, die uns im Glauben miteinander geschenkt ist, zu gestalten und dabei körperlich voneinander Abstand zu halten. Als Christinnen und Christen sind wir in Christus miteinander verbunden und wir sind in Christus Gemeinschaft im Gebet. Was dies bedeutet, wird vielen von uns zurzeit neu bewusst.

 

Natürlich ist es schmerzlich, dass wir gerade jetzt in der Karwoche und an Ostern nicht zusammenkommen können, um miteinander in gewohnter Weise Gottesdienste zu feiern. Auch die Feier des Feier des Abendmahls in unseren Gottesdiensten werden viele vermissen.

 

Manche kritisieren, dass wir uns als Kirche nicht dafür eingesetzt haben, ein Verbot auch für Gottesdienste zu verhindern. Ich will deutlich sagen: Zurzeit geht es darum, die Ausbreitung einer hochgefährlichen Krankheit zu verlangsamen, um dadurch Menschenleben zu retten. Deshalb halte ich es gerade im Namen der Gottes- und Nächstenliebe geboten, dass wir voneinander Abstand halten, um uns gegenseitig zu schützen. Es sollte deshalb nicht gefragt werden, welche Form der Zusammenkunft vielleicht doch irgendwie geht. Es geht darum, gerade das Evangelium, die Botschaft vom Leben, zu verkündigen, indem wir alles uns Mögliche dazu beitragen, um weitere Infektionen zu verhindern.

 

Es gibt auch Möglichkeiten in den Zeiten der Corona-Pandemie an Gottesdiensten teilzunehmen:

 

- an den Fernsehgottesdiensten am Sonntag in ARD, ZDF oder anderen Sendern

- an Hörfunkgottesdiensten

- an Gottesdiensten, die im Internet bereitgestellt werden

 

Wir können ein Gebet und das Vaterunser im Familienkreis oder auch alleine sprechen.

Oder wir feiern eine kleine Andacht zu Hause:

 

Andachten für zu Hause

 

Andacht zum Palmsonntag:

 

„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

 

Im Bibelwort für die neue Woche heißt es:

„Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben,

das ewige Leben haben." (Johannes 3,14b.15)

 

Der Psalm 69, der an Palmsonntag gebetet wird,

verleiht dem Wort, was viele von uns jetzt fühlen:

 

„Sei mir nahe, denn mir ist angst" lautet die Überschrift

(Der Psalm kann in Familien in verteilten Rollen gelesen werden.)

 

Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

     Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;

     ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien,

mein Hals ist heiser.

     Meine Augen sind trübe geworden,

     weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

     Errette mich aus dem Schlamm,

     dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,

und aus den tiefen Wassern;

     dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge

     und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;

wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

     und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

     denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,

Gott, deine Hilfe schütze mich!

Amen.,

 

Gebet zu Psalm 69:

 

Guter Gott!

Wir bitten dich, beschütze uns alle.

Sei uns nahe in allen Ängsten und Sorgen.

Gib uns Kraft und Zuversicht für die neue Woche,

damit wir alle Aufgaben und Anforderungen, die auf uns warten,

gut meistern können.

Das bitten wir dich durch Jesus Christus, der uns nicht einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat und immer wieder neu schenkt.

Amen.

 

Das Evangelium für den Palmsonntag ist die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem:

Johannesevangelium 12, 12-19:

 

12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme,

13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen:

Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!

14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):

15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«

16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.

17 Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief

und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.

18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.

19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander:

Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Amen.

 

Meditation zu Johannes 12:

 

Eine schöne Geschichte.

Viele Menschen kommen zusammen, dicht an dicht gedrängt.

Sie schwenken Palmzweige wie Fahnen und jubeln Jesus zu.

Für uns hört sich das im Moment wie eine Geschichte aus ferner Zeit an.

Schon 3 Wochen ist es her, dass wir –wie die Menschen damals in Jerusalem- zusammenkamen mit anderen Menschen in der Kirche, in der Schule, im Konfi-Unterricht, am Arbeitsplatz, bei Feiern zu Geburtstagen und Jubiläen, beim Sport….

 

Im Moment, in der Corona-Krise, heißt es: „Haltet Abstand, mindestens 1,5 Meter. Bleibt zu Hause.“

Und doch gibt es auch jetzt viele Möglichkeiten, dass wir in Verbindung bleiben, uns verbunden fühlen trotz aller räumlichen Trennung.

 

Das ökumenische Glockenläuten sonntags um 11 Uhr oder das Mittagsläuten werktags um 11 Uhr laden uns ein, durch das gemeinsame Gebet in verschiedenen Häusern vor Gott verbunden zu sein.

 

Ein Anruf, eine e-mail, eine Whats-App, eine Karte, ein Brief kann anderen Menschen viel Mut machen und zeigen: „Ich bin nicht allein, andere denken an mich.“

 

Die Nachbarschaftshilfe und alle Menschen, die sich in der Corona-Einkaufshilfe engagieren, zeigen:

„Wir sind füreinander da. Es ist uns wichtig, dass alle gut versorgt sind, es allen gut geht.“

Immer neue kreative Ideen gibt es, wie wir in Verbindung bleiben.

Genau das ist es was, Jesus vorgelebt und uns mit auf den Weg gegeben hat:

„Bleibt in Verbindung untereinander und auch mit Gott.“

 

Am heutigen Palmsonntag wollten 7 junge Menschen in Dittelsheim und 9 junge Menschen in Bechtheim Konfirmation feiern. Bei der Konfirmation bekennen die Jugendlichen im Gottesdienst, dass Sie mit Gott und Jesus Christus auf ihrem Weg ins Leben in Verbindung bleiben wollen.

 

Und Gottes Segen, der ihnen am Altar in der Kirche zugesprochen wird,  zeigt:

„Gott und Jesus Christus bleiben mit euch in Verbindung zu allen Zeiten und an allen Orten.

Darauf könnt ihr euch verlassen.“

 

Die Konfirmation musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden:

-in Dittelsheim auf Sonntag, den 6. September 2020, 10 Uhr,

 Vorstellungsgottesdienst am Sonntag, den 23.8.2020, 10 Uhr,

-in  Bechtheim auf Sonntag, den 16. August 2020, 10 Uhr,

  Vorstellungsgottesdienst am Sonntag, den 5. Juli 2020, 10.30 Uhr

 

Wir hoffen, dass wir an diesen Terminen wieder uneingeschränkt zusammen kommen dürfen und diesen besonderen Tag mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden feiern dürfen!

Bis dahin bleiben wir in der Konfi-Gruppe in Verbindung und bereiten die Gottesdienste noch schön gemeinsam vor.

 

Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten Palmsonntag!

Bleiben Sie alle gesund!

Gott behüte und beschütze uns alle,  er sei mit uns auf all unseren Wegen!

Amen.

Herzliche Grüße

Pfr. Andreas Schenk

 

Fürbittengebet

Mit dem folgenden Gebet, das von der hessischen und pfälzischen evang. Kirche aufgeschrieben

 und in viele Sprachen übersetzt wurde, sind wir über alle Grenzen hinweg verbunden:

 

Gott, unser Vater,

durch deinen Geist sind wir miteinander verbunden

im Glauben, Hoffen und Lieben.

Auch wenn wir in diesen Zeiten vereinzelt sind:

Wir sind Teil der weltweiten Gemeinschaft deiner Kinder.

Lass wachsen unser Vertrauen in deine Nähe und in die Verbundenheit

mit unseren Schwestern und Brüdern.

Die erkrankt sind, richte auf.

Mache leicht die Herzen der Einsamen.

Den Verantwortungsträgern gib Weisheit und Mut.

Stärke die Frauen und Männer im medizinischen Dienst.

Unseren Geschwistern in der weltweiten Kirche stehe bei.

Uns allen schenke Ideen, unserer Verbundenheit Ausdruck zu geben.

 

Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht über uns und sei uns gnädig ewiglich!

Segne uns, o Herr! Deine Engel stell um uns! Bewahre uns in deinem Frieden ewiglich!

Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht über uns und sei uns gnädig ewiglich!

 

 

Stille (Zeit für persönliche Bitten)

 

Vaterunser  - Amen

 

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

 

 

 

Pfarrerin Doris Joachim vom Zentrum Verkündigung unserer Landeskirche hat Gebete und eine Andacht für zu Hause entworfen. Sie sind ein schöner Leitfaden:

 

„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

 

Gebet zu Psalm 34,8:

„Der Engel des HERRN lagert sich um die her,

die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“

 

Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.

An unserer Seite und um uns herum.

Denn wir brauchen Mut.

Und Phantasie.

Und Zuversicht.

Darum: Sende deine Engel.

Zu den Kranken vor allem.

 

Stille

 

Und zu den Besorgten.

 

Stille

 

Sende deine Engel zu denen, die anderen zu Engeln werden:

Ärztinnen und Pfleger,

Rettungskräfte und Arzthelferinnen,

alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen.

 

Stille

Sende deine Engel zu den Verantwortlichen

in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,

in Politik und Wirtschaft.

 

Stille

 

Und zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

auf der Suche nach Heilmitteln und Impfstoffen.

 

Stille

 

Sende deine Engel auch zu denen,

an die kaum jemand denkt – jetzt in der Zeit der Epidemie:

Die Menschen auf der Straße,

die Armen,

die Geflüchteten in den Lagern in Griechenland

und im türkisch-griechischen Grenzgebiet.

 

Stille

 

Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut.

Du hast sie schon geschickt.

Sie sind ja da, um uns herum.

Hilf uns zu sehen, was trägt.

Was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet,

mit dir, mein Gott.

Denn das ist’s, was hilft und tröstet.

Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

Meditation zu Psalm 34,8

 

Der Engel Gottes  lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

 

Engel.

Sie lagern um uns herum.

Sie breiten ihre Flügel aus oder ihre Arme – je nach dem.

Sie schützen nicht vor dem Virus.

Aber vor der Angst.

Das können sie:

Uns die Angst nehmen.

Und die Panik vor dem, was uns beunruhigt.

Engel wiegen uns nicht in falscher Sicherheit.

Aber sie können die verängstigte Seele wiegen.

In ihren Armen oder Flügeln – je nach dem.

 

Im Moment reicht ein Engel nicht.

Da brauchen wir schon ein paar mehr.

Die Fülle der himmlischen Heerscharen,

wie damals – als Jesus geboren wurde – da waren sie alle da.

Die Engel.

Und sie haben gesagt: Fürchtet euch nicht.

Denn sie fürchteten sich – also die Hirten.

Und wir fürchten uns auch.

Vor dem, was plötzlich kommen könnte.

 

Oder was schon da ist.

Wir fürchten uns vor der Ungewissheit und vor dem,

was uns den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.

Damals haben die Engel eine große Freude verkündet,

die allem Volk widerfahren soll.

Nämlich, dass der Heiland geboren sei.

 

Das klingt wie von einem anderen Stern.

„Große Freude.“

Aber wieso sollte das nicht auch heute gelten?

Ist Gott etwa nicht da, nur weil das Virus da ist?

Fürchtet euch nicht.

Das will ich auch jetzt hören.

Daran halte ich mich fest.

Mitten in der Angst – Freude.

Mitten in der Angst – ein Lächeln.

Mitten in der Angst – helfende Menschen.

Mitten in der Angst – Solidarität unter uns.

Das gibt es ja alles.

Trotz Corona. Mancherorts auch gerade wegen Corona.

Mitten in der Angst, mitten in der Sorge – die Engel.

Sie schützen nicht vor dem Virus – so ist das halt.

Aber es sind die himmlischen Wesen, die uns Bodenhaftung geben können.

 

Okuli – das heißt: meine Augen.

Ich will meine Augen öffnen und die Engel sehen.

Oder hören. Oder spüren.

In mir, hinter mir, neben mir.

Auch in den Menschen, denen ich begegne.

Jetzt halt etwas mehr auf Abstand oder per Telefon.

So geht es auch.

Gottes Engel lagern um uns her und helfen uns heraus.

Das glaube ich gewiss.

 

 

Gebet

Guter Gott, ich bitte dich  darum,

dass mich keine Furcht überkommt.

 

Guter Gott, lass mich besonnen

und mit klarem Blick erkennen,

was ich hier und heute tun kann.

 

Guter Gott, lass mich gut für mich

und die Menschen neben mir sorgen.

 

Guter Gott, zeige mir, wie ich

anderen Menschen helfen kann.

 

Stille

 

Vaterunser

Amen

 

 

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

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